Pinguine können keinen Kuchen backen

von Ulrich Hub | Regie: Andreas Storm | Schweizer Erstaufführung

Der eine Pinguin: Siehst du, was ich sehe?
Der andere Pinguin: (schnüffelt) Sieht aus wie ein Kuchen.
Der eine Pinguin: (brüllt) Wer hat einen Kuchen bestellt?
Für wen war der Kuchen? Hat hier jemand einen Kuchen bestellt?
Der andere Pinguin: Schrei nicht so herum.
Der eine Pinguin: Warum?
Der andere Pinguin: Sonst sagt noch jemand «ja».

Wie viele Notlügen verträgt die Wahrheit? Zwei Pinguine entdecken einen scheinbar herrenlosen Kuchen. Und sie haben einen Mordsappetit. Was tun? «Denkst du dasselbe, was ich denke?» fragt der eine Pinguin den anderen Pinguin. «Und wenn wir erwischt werden?» «Backen wir einfach einen neuen Kuchen.» «Pinguine können keinen Kuchen backen.» So herrlich und knochentrocken beginnt Ulrich Hubs Kinderstück über zwei Pinguine in einer Notlage. Denn natürlich können sie sich nicht bremsen und verspeisen den Kuchen bis auf die letzte Rosine. Kaum ist der Kuchen in den Pinguinmägen verschwunden, erscheint ein extrem kurzsichtiger Maulwurf und reklamiert den Kuchen für sich. Denn er habe heute Geburtstag und im Übrigen nicht die geringste Absicht, auch nur einen Krümel von seinem köstlichen Kuchen abzugeben. Den Verlust des Kuchens bemerkt er zunächst nicht und die Pinguine haben alle Mühe, ihn von dem nicht mehr vorhandenen Backwerk abzulenken. Als dann noch ein unangenehmes Huhn mit einem verrückt gewordenen Staubsauger auftaucht, ist das Chaos komplett. Ob sich die Pinguine aus diesem Schlamassel noch einmal befreien können? Ulrich Hub hat ein absurd-anarchisches Stück voller seltsamer Situationen und komischer Bilder über doch sehr ernste menschliche Schwächen geschrieben: Sich der Verlockung hinzugeben, Grenzen nicht wahrzunehmen, Verbote zu ignorieren und sich schliesslich nicht der Verantwortung stellen zu wollen. Das gilt nicht nur für Kinder ab 5 Jahren, sondern für alle leicht Verführbaren, die das Leben manchmal nicht ganz so ernst nehmen.

Andreas Storm machte seine Ausbildung zum Regisseur und Schauspieler an der Schauspiel Akademie Zürich. Er inszenierte u.a. «Lederfresse» von Helmut Krausser in Basel, Heiner Müllers «Bildbeschreibung» am Staatstheater Karlsruhe, «Alles Walzer» von Simon Froehling am Theaterhaus Gessnerallee in Zürich sowie «Vermisste» von Thea Dumsch am Theater Rigiblick Zürich. Ausserdem brachte er zwei Folgen der erfolgreichen Theaterserie «Absolut Züri» im Theater Neumarkt sowie im Kaufleuten Zürich auf die Bühne. Andreas Storm gehört ab der Spielzeit 2010/2011 zum Ensemble des Theater Kanton Zürich.

Regie: Andreas Storm | Bühne: Stefan Schwarzbach | Kostüme: Barbara Mens

Es spielen: Vera Bommer, André Frei, Cathrin Störmer, Brencis Udris

Für Kinder ab 5 Jahren

Premiere: 29. Januar 2011

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